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Toshihiro Oshiro

 

 

16.-17.11.2002 in Duisburg

 

 

Wer das Glück hat einen Lehrgang mit Toshihiro Oshiro zu besuchen darf nicht nur erwarten sehr viel über Karate zu lernen, er muß auch darauf gefaßt sein, dass das sportive Weltbild des Karate nachhaltig erschüttert wird. Unermüdlich ist der Meister nämlich in seinem Bemühen uns das alte Vermächtnis des Karate zugänglich zu machen. Ganz deutlich, überzeugend und mit detaillierten Erklärungen macht er uns vertraut mit dem Unterschied zwischen dem heutigen Sportkarate und dem “Martial Arts” Karate.  “When I brake his arm, I win! But nobody will give me a point!” Und das Shihan Oshiro durchaus in der Lage ist den ein oder anderen Knochen zu brechen, glaubt jeder dessen Unterarm mal für die ein oder andere Demonstration herhalten mußte.
Mit spielerischer Leichtigkeit und Eleganz erzeugt er eine unglaublich dynamische Bewegung. Absolut präzise sind dabei seine Erklärungen der Biomechanik aus der die zerstörerische Wirkung seiner Techniken entsteht.  Dabei ist sein Training didaktisch hervorragend aufgebaut. Von den Grundlagen der Technik, über die Beinarbeit zur Technik in der Bewegung. Über einfache Partnerübungen zum fortgeschrittenen Kumite bis hin zur Kata und deren Zusammenhang und Bedeutung sowohl für die Selbstverteidigung, als auch für das Kumite. Äußerst interessant war schließlich auch das Training der Kata Jitte, deren alte Shorin-Ryu Version sich doch sehr von der heutigen im Shotokan und Shito-Ryu geübten Version unterscheidet. Dabei aber durchaus logischer und realitätsnäher wirkt. Auch das von Shihan in diesem Zusammenhang gezeigte Bunkai war überzeugend.

 

 

Extrem genau erklärte Shihan Oshiro auch am Partner die Ausführung jeder einzelnen Technik

 

Aber Shihan Oshiro unterrichtete nicht nur Karate. Sein Kobudo ist ebenso einzigartig. Und sein Umgang mit den verschiedenen Waffen wie Sai, Tonfa und insbesondere dem Bo ist ebenso spielerisch wie brandgefährlich. So hat er, bei einem früheren Lehrgang in Augsburg mal ein, dick mit Schaumstoff umwickeltes, Bo scheinbar mühelos gebrochen. Die Eleganz und Schnelligkeit seiner Techniken, begleitet von dem immerwährenden pfeifenden Geräusch mit dem sein Bo die Luft schneidet, weckt Motivation und Verzweiflung gleichermaßen.
Motivation, weil man unbedingt trainieren will um das auch zu können. Verzweiflung, weil man nach den ersten Übungen begreift, dass es hier nicht um Trainingsstunden, sondern um Trainingsjahre geht.  Aber welchen Reiz bietet auch schon ein Sport, oder eine Kunst mit der man nach einigen Wochen, Monaten schon fertig ist?
Auch die allgemein freundschaftlich, kameradschaftliche Atmosphäre des Lehrgangs ist positiv zu erwähnen. Zwar begann der Lehrgang mit einiger Zeit Verspätung, da der Veranstalter noch auf eine Teilnehmergruppe wartete. Aber nicht nur dass diese Zeit an die Stunde angefügt wurde.
Überdies gab Shihan Oshiro noch eine kostenlose Extrastunde um die Kata Jitte noch einmal bis ins kleinste Detail zu unterrichten.  Bleibt nur zu sagen das Lehrgänge mit Shihan Oshiro für jeden Karateka, egal welcher Stilrichtung, ein absolut lohnenswerter Geheimtip sind!
Uuupps, habe ich jetzt was verraten?

 
Shihan Oshiro bei einer Demonstration der Kata Choun no Kon Dai