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Kenei Mabuni ist niemand,
der sich den Karateanzug anzieht ins Dojo geht, trainiert und
den Karateanzug dann wieder auszieht. Kenei Mabuni ist jemand,
der Karate lebt. Der verstanden hat, dass es im Karate um mehr
geht als um die Fähigkeit des Kämpfens. Dass es in Wahrheit
darum geht den eigenen Körper zu verstehen und zu lernen, wie
man ihn am effektivsten bewegt.
Es gibt eine Geschichte,
eigentlich gibt es viele Geschichte, aber diese eine
verdeutlicht das oben geschriebene. Einmal, als Kenei Mabuni
einen Lehrgang gab, kam die Mutter eines Kindes zu ihm und
erzählte ihm stolz, dass ihr Kind schon seit dem 4. Lebensjahr
Karate trainiert und fragte seit wann er denn schon trainiere.
Und Mabuni erwiderte, dass er schon im Bauch seiner Mutter
getreten und geschlagen habe. Bei erster Betrachtung klingt die
Geschichte vielleicht amüsant, bei tieferer Betrachtung versteht
man, das Mabuni damit auch zum Ausdruck gebracht hat, dass
Karate etwas natürliches ist. Dass es nichts geheimnisvolles,
mystisches ist, sondern lediglich offenbart, welche Energie der
menschliche Körper hat, wenn die Bewegungen auf die richtige
Weise ausgeführt werden.
Ich selbst durfte einige
male bei Meister Mabuni trainieren. So wie im Mai 2009, als er,
92 Jahre alt, in Berlin einen Lehrgang gab. Und die
Natürlichkeit mit der er technische Anwendungen erklärte, und
die Art wie er Karatetechniken einsetzte war einfach nur
faszinierend.
Bei der abendlichen Vorstellung dieses neuen Buches versammelten
sich über hundert Lehrgangsteilnehmer. Es war ein geradezu
festlicher Moment und es ist ein besonderes Buch. Ein Buch von
92 Jahre gelebtem Karate.
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Palisander |