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Wolfgang Meindl: Karateka, Kobudoka und "Waffenschmied" .

 
Wolfgang Meindl

In Essenbach bei Landshut, in einem eigenhändig renovierten 250 Jahre alten Haus mit gepflegtem Anwesen lebend, hat  der 58- jährige Diplom-Physiker und leidenschaftliche Hobbytischler mit 30 jähriger Erfahrung eine kleine Werkstatt eingerichtet. Innenausbau des Hauses, "Wintergarten", aber auch antike Möbel nahmen dabei Gestalt an. Bis Wolfgang  vor 12 Jahren (46 jährig) mit dem Karate der Stilrichtung Kyokushin begann. Doch damit nicht genug widmete er sich, von den Kampfkünsten fasziniert, 6 Jahre später auch dem Kobudo. Und wurde gleich mit der Problematik "wo kriege ich Hanbo, Bo, Tonfa usw." konfrontiert. Sinnigerweise sind diese Waffen aus Holz und schließlich gab es da eine heimische Werkstatt. Statt den Weg zum Baumarkt zu suchen, oder Versandhandel zu bemühen, kamen die eigenen Hände und Werkzeuge zum Einsatz. Mit Erfolg!  Das Resultat sind kaufbare Qualitätsprodukte. Wenn auch bisher nur "Insidern" bekannt. 

 
Möglicherweise wird die Fertigung antiker Möbel in Zukunft, zugunsten der Waffenfertigung, etwas zurückstehen. Schließlich hat man  den Eindruck, dass die Herstellung qualitativ hochwertiger Kobudo-Waffen bei Wolfgang mehr Idelle Intention ist, als geschäftliche Notwendigkeit. Und eben diese Ideale leiten den, inzwischen auch erfolgreich zum Dan-Träger geprüften, auf der Suche nach den Inhalten der Kampfkünste. Hauptsächlich Kyokushin trainierend findet man ihn ebenso auf Lehrgängen des Shotokan, Goju-Ryu oder Shorin-Ryu und natürlich auch beim Kobudo. Und innerhalb der Kobudo-Gemeinde zeigt sich eine zunehmende Begeisterung für Wolfgang Meindl's Waffen, bis hin zum Lob von höchster Stelle durch Toshihiro Oshiro. Der Großmeister des Matsubayashi Shorin Ryu und Yamanni-Ryu Kobudo, der kürzlich in den USA zum Instructor of the Year gekürt wurde, war absolut beeindruckt  und reiste nicht ohne Bo und Tonfa zurück nach San Mateo (Kalifornien).

 

 


Meindl's Bo:
 
Die Konstruktion eines Bo ist keineswegs eine einfache Angelegenheit. Es reicht nicht, einfach einen ca. 26-30 mm starken, 183 cm langen Stock zu benutzen. Entscheidende Kriterien für die Qualität der Waffe sind hier die Art des verwendeten Holzes und der Durchmesser in Verbindung mit dem Gewicht. So darf ein Bo mit eher geringem Durchmesser nicht zu schwer sein. Auch die Flexibilität des Holzes ist ein bedeutender Faktor.  Nicht zu Verwechseln mit Rattan, dessen extreme Flexibilität eine ganz eigene Technik verlangt. Für weiche, schnelle Bo-Schulen ist eine geringe Flexibilität aber durchaus von Vorteil.
Wolfgang Meindl hat hier mit dem Holz der afrikanischen Wenge eine überaus seltene, jedoch hervorragende Wahl getroffen. Das Holz ist langfaserig, mit dem richtigen Maß an Flexibilität bei hoher Festigkeit. Das Gewicht des fertigen Bo's ist, bezogen auf den Durchmesser von 26,5 mm (Standardausführung), nur als optimal zu bezeichnen. Die Oberflächenbehandlung ist einzigartig. Angenehm glatt und samtweich liegt und gleitet die Waffe durch die Hand.
Und speziell für das Bo (Kon) gilt, dass die Eigenschaften der Waffe die Art der Technik bestimmen. Das heißt, dass die Art des Schlagens, Stoßens oder Blockens in erster Linie von den Eigenschaften des verwendeten Bo's abhängt und nicht von den Eigenheiten der jeweiligen Schule/Stilrichtung. Bei der Auswahl/Kauf eines Bo ist dies zu berücksichtigen. Die handelsüblichen Bo aus Eiche sind für Kobudo der Schulen wie Teshinkan, Kenshinryu oder Matayoshi-Ryu gut geeignet, jedoch nicht optimal für Yamanni-Ryu. Meindl's Bo aus Wenge  hingegen ist für schnelle, flüssige Bo-Schulen wie Yamanni-Ryu bestens geeignet, kann aber auch für die anderen Schulen verwendet werden. In dem Fall würde ich persönlich einen Durchmesser von 28 mm bevorzugen, was aufgrund der individuellen Fertigung problemlos möglich ist.
Gewiß ist der Preis von 70,-- Euro für das runde und 50,-- Euro für das eckige Bo nicht gerade gering, liegt aber immer noch unter den Preisen importierter, namhafter Qualitätsanbieter, steht in Qualität diesen aber in nichts nach. Einzigartig und besonders hervorzuheben ist dabei zudem Meindl's Anfertigung in Handarbeit und der Möglichkeit der individuellen Anfertigung.
 

Anmerkung: obige Aussagen betreffen ausschließlich die Bo, die mir am 10.12.2002 zum Test zur Verfügung gestellt wurden.

 


Meindl's Tonfa:
 
Das wohl bedeutendste Kriterium für ein Tonfa ist der Griff. Liegt er gut in der Hand ist nicht nur gute Technik möglich, auch der Spaß am Training ist davon direkt betroffen. In diesem Fall ist die anatomische Ausformung des Griffs mehr als gelungen! Ebenso die glatte, sehr  angenehme Oberfläche. Die Verarbeitung ist ebenso von hoher Qualität. Griff und Stock sind paßgenau und mit hoher Stabilität und  Festigkeit verbunden. Und dabei auch noch optisch formschön und elegant. Ein ganz besonderes Detail ist das Zusatzgewicht, das in der Spitze der Waffe versteckt ist. Dieses Gewicht sorgt für eine besondere Balance der Waffe durch welche die Techniken spürbar "runder" und präziser werden. Was auch zur Verbesserung des Gefühls für die Waffe beiträgt. Mir persönlich ist die Standard Version ingesamt  etwas zu leicht. Jedoch könnte ich ohne Probleme, dank Meindl's individueller Anfertigung in Handarbeit auch Tonfa bekommen, die aus schwererem Holz gefertigt sind. Aber auch so sind diese Tonfa die besten die ich je in der Hand hielt.
 

Anmerkung: obige Aussagen betreffen ausschließlich die Tonfa, die mir am 10.12.2002 zum Test zur Verfügung gestellt wurden.

 


Meindl's Sai:
 
Auf den ersten Blick sehen diese Sai wenig professionell aus. Deutliche Schmiedespuren erwecken den Eindruck geringer Qualität. Doch  diese äußere Sicht täuscht gewaltig! Die Sai liegen fantastisch in der Hand. Sind ausgesprochen ausgewogen nicht zu leicht nicht zu schwer und von guter Balance. Hier war ich tatsächlich von der Diskrepanz des äußeren Erscheinungsbildes und der tatsächlichen Qualität der Waffe überrascht. 
Diese Sai sind in jedem Fall etwas besonderes. Keine maschinelle Serienfertigung, sondern echte Schmiedearbeit von Hand. Mit dem  einzigartigen Flair der Echtheit. Denn genau so könnten die Sai ausgesehen haben, die in früheren Zeiten tatsächlich zu ihrem, meist  tödlichen Einsatz kamen.
 

Anmerkung: obige Aussagen betreffen ausschließlich die Sai, die mir am 10.12.2002 zum Test zur Verfügung gestellt wurden.
Eine deutlich abgeänderte Version dieser Sai (keine Schmiedespuren, sehr kantige Form) kann von mir nicht empfohlen werden.
 

 


Meindl's Kama:
 
Echte Kama herzustellen ist, zumindest in Deutschland nicht ohne Bedenken. Schließlich handelt es sich traditionell um eine Waffe mit scharfer Klinge! So sind die hierzulande allgemein käuflichen Kama stark vereinfachte Sportversionen. Dies trifft auch auf die Kama  von Wolfgang Meindl zu. Allerdings ist auch hier eine Qualität der Verarbeitung zu erkennen die auch ein hartes Training von z.B. Bo gegen Kama mit echten Blocktechniken erlaubt. In jedem Fall liegt die Waffe gut in der Hand. Vielleicht sind Form und Umfang des Griffs noch nicht optimal, aber man kann sicher sein, dass Wolfgang Meindl da schon ein Auge drauf hat und noch weiter tüfteln wird. In jedem Fall gehören aber auch diese Kama schon zur ersten Wahl.
 

Anmerkung: obige Aussagen betreffen ausschließlich die Kama, die mir am 10.12.2002 zum Test zur Verfügung gestellt wurden.

 



 
  Alle Waffen können per E-Mail bestellt werden über:

wolfgang.meindl@landshut.org

In Ausnahmefällen auch telefonisch unter: 08703-1323
Preise auf Anfrage
 
Die Beschreibungen bzw. Test- und Qualitätsangaben zu den oben beschriebenen Waffen beziehen sich auf Exemplare die mir am 10.12.2002 zum Begutachten und Testen von Wolfgang Meindl zur Verfügung gestellt wurden. Spätere Abänderungen der Waffen, die Auswirkungen auf die Qualität haben, können in diesem Artikel keine Berücksichtigung finden. Es ist somit möglich das später verkaufte Waffen den Qualitätsangaben dieses Artikels nicht mehr entsprechen.
 

Dieser Artikel ist nur authentisch bei Aufruf der Adresse http://www.budonews.de/Art3KobudoWaffen.html
 
Herbert Haß, Dez. 2002                                                                             Weitere Infos über Kobudo